Das Verteilnetz in Trier wird
digital und transparent
Das Stromverteilnetz der Stadtwerke Trier ist typisch für viele deutsche Städte: Ein Stadtkern mit in Gebäude integrierten Trafostationen, dazu einige Gewerbegebiete und ein wachsender Speckgürtel mit immer mehr PV-Anlagen, Wärmepumpen und Ladesäulen für Elektromobile.
Typisch ist auch: Die elektrische Infrastruktur war ursprünglich nicht für die hohen Lasten dieser neuen Verbraucher und Erzeuger ausgelegt. Es fehlte bislang auch der detaillierte Überblick, wo im Netz Überschüsse oder Engpässe auftreten und welche Maßnahmen erforderlich sind. Auch bringt der Anfang 2024 in Kraft getretene §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) Energieversorger in Handlungszwang. Sie dürfen den Anschluss von Verbrauchern wie Wärmepumpen, privaten Ladeeinrichtungen für E-Autos nicht mehr ablehnen oder verzögern. Im Gegenzug dürfen sie den Strombezug von Ladesäulen etc. zeitweise reduzieren, wenn eine Überlastung im Netz droht. Dieses Vorgehen lässt sich jedoch nur mit aktuellen Lastflussdaten realisieren.
Digitalisierung im Neubau und Bestand
Ein System für alle Fälle – modular und sehr kompakt
Die Stadtwerke Trier nutzen hauptsächlich den modular erweiterbaren Netzanalysator UMG 801 von Janitza, der sich durch verschiedene Module ergänzen lässt. „Für den Umbau von Bestandsanlagen ist das Strommessmodul 800-CT8-LP besonders interessant“, erläutert Janitza Vertriebsmanager Ludwig Resch. Das Modul benötigt wenig Platz, bietet aber 8 Strommesskanäle und kann in größeren Stationen oder speziellen Einbausituationen an einer beliebigen Stelle in der Station installiert werden.
Der Leiter der Abteilung „Betrieb und Elektrizität“ bei der SWT, Andreas Faber, war mit den ersten Installationen zufrieden. „Die sichere Nachrüstbarkeit im laufenden Betrieb ist für uns wichtig, da wir die Stationen nicht ausschalten können. Und bei 450 Stationen kommt der Zeitfaktor dazu. Wenn ich bei jeder Station durch die einfache Nachrüstung zwei Stunden einspare, ist das ein großer Vorteil.“
Datenhoheit ohne Wenn und Aber
Die Digitalisierung der Trafostationen umfasste auch die Übertragung der Daten aus der Station in das Leitsystem der Stadtwerke. Hierfür wollten die Betreiber eigene Systeme nutzen. Janitza bietet hierfür dank der offenen Schnittstellen eine offene und flexible Lösung, wie Reinhard bestätigt: „Wir haben jederzeit Zugriff auf unsere Daten. Es gibt keine systembedingte Verschlüsselung und man benötigt keine spezielle Software, um die Daten auszulesen. Bei anderen Systemen ist das oft mit Lizenzgebühren verknüpft. Nicht so bei Janitza.“
Die UMG 801 Netzanalysatoren bieten den Stadtwerken Trier zudem eine umfassende Analyse der Netzqualität. Die Betreiber können künftig Auffälligkeiten wie sogenannte Oberschwingungen erkennen und abschätzen, ob es kritisch werden könnte. „Das wird speziell für die Versorgung unserer Gewerbekunden immer wichtiger“, so Reinhard.
Umbau ganz nach Bedarf
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